Der KARMEN Detektor

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Zentraldetektor und innere Antizähler

Innere passive Abschirmung und Shieldzähler

Neutrino-Bunker

Aufbau der Vetozähler

Auf den folgenden Seiten werden Aufbau und die wesentlichen Eigenschaften des KARMEN-Detektors, der Antizählersysteme innerer Anti, Shield und Veto und der sie umgebenden Abschirmungen beschrieben. Zum besseren Verständnis werden zunächst die Bezeichnungen und Lagen der verschiedenen Antizählerseiten eingeführt. Die Seiten des Zentraldetektors und der Antizähler werden als upstream, downstream, left, right, bottom und top bezeichnet. Upstream bezieht sich dabei auf die dem Target zugewandte Seite und downstream auf die gegenüberliegende Seite. Ausgedrückt in Himmelsrichtungen steht Nord für upstream, Süd für downstream, West für right und Ost für left.

Zentraldetektor und innere Antizähler

Aufgrund der guten Energie- und Zeitauflösung und der extrem kleinen Wirkungsquerschnitte der zu untersuchenden Neutrinoreaktionen fiel die Wahl beim Bau des KARMEN-Detektors auf ein großvolumiges Flüssig-Szintillationskalorimeter. Der zentrale Teil des Detektors besteht aus einem 6 m hohen, 3.53 m tiefen und 3.20 m breiten Edelstahltank, der mit 65000 l eines am Forschungszentrum Karlsruhe speziell entwickelten Flüssigszintillators gefüllt ist. Der Flüssigszintillator besteht aus 75% vol. Paraffinöl, 25% vol. Pseudocumol und einer Beimischung von 2 g/l des Szintillators PMP (1-Phenyl-3-Mesityl-2-Pyrazolin). Diese Mischung weist mit 7.2 Photonen/keV eine sehr hohe Lichtausbeute und mit einem Wert von 5 m bei einer Wellenlänge von 425 nm eine den Detektordimensionen hervorragend angepaßte Abschwächlänge auf.


Der KARMEN Detektor

Der Zentraldetektor ist mit Hilfe von doppelten, 1.5 mm dicken Plexiglasplatten, die miteinander verklebt einen dünnen Luftspalt einschließen, in insgesamt 512 Zentraldetektormodule mit dem Querschnitt 18.1´17.7 cm2 segmentiert. Diese Segmentierung leitet über Totalreflexion am Luftspalt das im Szintillator produzierte und isotrop emittierte Licht sehr effizient an die Modulenden, wo es jeweils durch ein Paar 3 Zoll Valvo XP 3462 Photomultiplier nachgewiesen wird. Die Segmentierung erlaubt zum einen eine starke Konzentration des produzierten Lichts auf nur zwei Photomultiplierpaare und damit den Vorteil einer relativ großen Signalhöhe, zum anderen eine sichere und einfache Ortsrekonstruktion, die in den Raumrichtungen quer zur Modullängsachse durch die Modulnummer und längs dazu durch eine Differenzzeitmessung der an den beiden Photomultiplierpaaren registrierten Pulse gegeben ist. Die Auslese erfolgt mit insgesamt 2048 Photomultipliern, die in angepaßten Bohrungen in einer sich an den Detektor anschließenden, 15 cm dicken Eisenwand montiert sind. Die Photomultiplier sind über Glasfenster und zwischen dem Glas und der umgebenden Eisenwand zirkulierendem Paraffinöl optisch an den Szintillator angekoppelt. Das Paraffinöl dient gleichzeitig zur Kühlung und Abfuhr der etwa 43 kJ pro Tag und Photomultiplier betragenden Wärmeleistung und erlaubt damit das Konstanthalten der Zentraldetektortemperatur auf 18.2±0.5 °C. An die 16 Spalten und 32 Reihen der Zentraldetektormodule schließt sich jeweils eine weitere Reihe und Spalte von insgesamt 96 inneren Antizählern an, die nur den halben Modulquerschnitt aufweisen und an jedem Ende von einem Photomultiplier ausgelesen werden. Diese Antizähler bilden die erste Stufe des Antizählersystems und erlauben an vier von sechs Seiten des Zentraldetektors, von außen eindringende Ereignisse, wie z.B. Spuren kosmischer Myonen, zu identifizieren und das betroffene Ereignis bzw. seine Folgeprodukte zu verwerfen.

Zu Kalibrations- und Testzwecken wurden an die Modulenden des Zentraldetektors Glasfasern geführt, in die laserinduziertes Szintillationslicht kontrolliert eingeschossen werden kann und so in den Modulen Lichtblitze zu genau bekannten Zeiten und mit bekannter Stärke erzeugt werden können. Unter anderem dient dieses Lasersystem zur Kalibration der Absolutzeit der Ereignisse und zur Bestimmung der Zeit- und Energieauflösung. Die sehr gute Energieauflösung trägt zusammen mit dem hohen Anteil aktiven Szintillators am Gesamtvolumen von 96.5% zu einer Energiemessung mit spektroskopischer Qualität bei.

Innerhalb der Luftspalte der Segmentierung des Zentraldetektors befindet sich mit Ausnahme der jeweils äußeren Reihe und Spalte mit Gd2O3 beschichtetes Papier. Das Gadolinium macht mit einer Flächendichte von 73.8 g Gd/m2 auf dem Papier nur 0.1% des Gewichts des Zentraldetektors aus, leistet jedoch aufgrund des extrem großen Wirkungsquerschnitts von 49000 barn einen erheblichen Beitrag für den Nachweis thermischer Neutronen im Zentraldetektor. Beim Einfang eines Neutrons an Gadolinium werden im Mittel 3 Gammaquanten mit einer Summenenergie von 8 MeV emittiert, die wiederum für ein sichtbares Signal im Detektor sorgen. Neben dieser Reaktion dient auch der Neutroneneinfang an den Protonen des Wasserstoffs mit der Emission eines 2.2 MeV Gammaquants zum Nachweis von Neutronen.

Innere passive Abschirmung und Shieldzähler

Außerhalb des Szintillatortanks und der Photomultiplierwände schließt sich die sogenannte innere passive Abschirmung des KARMEN-Detektors an. Es handelt sich hierbei um eine die sechs Seiten des Detektors umgebende, jeweils 18 cm dicke und insgesamt 180 t schwere Eisenabschirmung, die dem Tank mechanische Stabilität verleiht und den Zentraldetektor vor dem Eindringen kosmisch induzierten Untergrunds aus dem umgebenden Bunker schützt. Montiert an der inneren passiven Abschirmung befindet sich die zweite Stufe des Antizählersystems, der aus insgesamt 136 aus NE110 Plastikszintillator bestehenden Modulen aufgebaute, sogenannte Shielddetektor. Die Shieldzähler haben eine Dicke von 3 cm, eine Breite von 30 cm und eine Länge zwischen 2.4 und 3.1 m. Um eine möglichst dichte Packung der Shieldzähler zu erreichen, werden die Zähler an den Enden jeweils über eine 180° Lichtumlenkung ausgelesen, die aus einer aufgeklebten, spiegelnden Aluminiumfolie an den Modulenden und einem konisch zu einem 2 Zoll EMI 9813 KB Photomultiplier zulaufenden Lichtleiter aus Plexiglas besteht. Die Shieldzähler umgaben bis zum KARMEN-Upgrade nur fünf Seiten der passiven Abschirmung, während des Upgrades wurden unter dem Boden der Abschirmung zusätzlich acht Vetomodule installiert. Durch die enge Packung der Zähler und eine gute Myon/Gammatrennung erlaubt der Shield einen effizienten Nachweis von Myonen, die in die innere passive Abschirmung eindringen, und damit eine effiziente Unterdrückung myoninduzierten Untergrunds. Außerhalb des Bereichs der Shieldzähler produzierter Untergrund, z.B. durch Bremsstrahlung von beim Zerfall von gestoppten Myonen entstandener Michelelektronen, wird durch die innere passive Abschirmung stark unterdrückt und gelangt somit nicht in den Zentraldetektor.

Neutrino-Bunker



Alle bisher beschriebenen Detektorkomponenten sind von einem 7000 t schweren, 13.6 m langen, 8.4 m breiten und bis zu 10.6 m hohen Eisenbunker umgeben, der zum einen die hadronische und elektromagnetische Komponente der kosmischen Höhenstrahlung vollständig beseitigt und die myonische Komponente um etwa 60% reduziert, zum anderen als Abschirmung gegen strahlkorrelierten Untergrund durch schnelle Neutronen vom ISIS-Spallationstarget dient. Der lichte Innenraum des Bunkers hat eine Länge von 10 m, eine Breite von 4.20 m und eine Höhe von 7.15 m und wird an der vom Target abgewandten Seite durch eine 600 t schwere Tür, die sich auf Schienen zur Seite bewegen läßt, abgeschlossen. Der Zugang zum Innenraum des Bunkers zu Kontroll- und Wartungszwecken während des Meßbetriebs erfolgt durch ein Labyrinth an der Seite der Tür. Der Aufbau des Bunkers erfolgte um einen versteiften Käfig herum ähnlich wie bei einem Kartenhaus durch das sukzessive Anbringen von bis zu 7.50 m hohen, 1.70 m breiten, 18 cm dicken und damit bis zu 20 t schweren Eisenbrammen. Nach dem Aufbau von jeweils 2—3 Wandlagen erfolgte die Sicherung durch eine horizontale Dachlage, die mit den Wandlagen verstiftet wurde. Die Wände bestehen aus insgesamt 11 jeweils 18 cm dicken Lagen, während das Dach aus 17, sich oberhalb der 7. Lage verkürzenden Lagen besteht. Damit erreicht das trapezförmige Dach eine maximale Dicke von über 3 m. Die Zählung der Wand- oder Deckenlagen erfolgt jeweils vom Innenraum des Bunkers aus.

Nur durch diesen schichtförmigen Aufbau war es im Laufe des Jahres 1996 möglich, im Rahmen des KARMEN-Upgrades ein zusätzliches, drittes Antizählersystem innerhalb der Wände und des Dachs des Neutrino-Bunkers zu installieren. Dazu wurden etwa 2/3 der Eisenbrammen entfernt und vorgefertigte Rahmen mit 2-3 Vetozählern an der verbliebenen 5. Wandlage auf der dem Target zugewandten, der rechten und linken Seite des Rest-Bunkers montiert. Der durch das Auslassen der 6. Brammenlage zur Verfügung stehende Platz für die Seiten-Vetozähler beträgt dabei nur 14 cm. Zwischen der 6. und 7. Brammenlage wurde eine geschlossenen Fläche aus 4 cm dicken Polyethylenplatten angebracht, die zur Thermalisierung von strahlkorrelierten Neutronen noch vor Erreichen der Vetozähler dienen. Eine Beimischung von Bor ist nicht notwendig, da das die Polyethylenplatten umgebende Eisen selbst die thermalisierten Neutronen einfängt. Die dabei entstehenden Gammaquanten werden durch die 18 cm Eisen der 7. Brammenlage vollständig beseitigt und gelangen nicht in die Vetozähler in der 6. Lage. Nach der teilweisen Wiederherstellung der Seitenwände des Bunkers konnten unter Auslassung der 6. Deckenlage insgesamt 30 Vetozähler mit einer Gesamtfläche von 73.12 m2 im Dach installiert werden. Die ursprüngliche 6. Deckenlage wurde zur 7., insgesamt wurde damit wieder die gleiche Dach-Abschirmung wie vor dem Upgrade erreicht.

Um den eigentlichen Bunker herum befinden sich an der Ost- und Westseite und vor allem an der dem Target zugewandten Nordseite zusätzliche Abschirmungen, die an strategischen Stellen angebracht wurden, hauptsächlich um den Fluß schneller Neutronen in den Zentraldetektor vom Haupttarget, aber auch vom Protonenstrahl aufwärts gelegenen Zwischentarget für Myonen—Spinexperimente (mSR-Target) zu reduzieren. Diese Abschirmungen wurden während des KARMEN-Upgrades durch die Eisenbrammen der 6. Wandlage zum Teil erheblich verstärkt und erhöht. So bieten diese Abschirmungen jetzt auch den Veto-Dachzählern Schutz vor strahlkorreliertem Untergrund durch schnelle Neutronen und durch (n,g)-Einfänge thermalisierter Neutronen im Bunker. Auf dem Bunker wurde die Abschirmung U-förmig um das trapezförmige Dach verstärkt, um den durch Skyshine verursachten, von oben einfallenden Neutronenfluß abzuschwächen. Gleichzeitig dient diese zusätzliche Abschirmung nach dem Upgrade zum Schutz der Veto-Dachzähler nach oben und bewirkt auch eine Verringerung der myoninduzierten Zählrate an den außen liegenden Enden der Vetomodule.

Aufbau der Vetozähler


Das Vetosystem inklusive dem neu hinzugekommenen Shield Bottom besteht aus insgesamt 136 einzelnen Vetomodulen aus 3.15 m, 3.75 m bzw. 4 m langem, 65 cm breitem und 5 cm dickem Bicron BC412 Plastikszintillator. Dieser Szintillator weist eine sehr gute absolute Lichtausbeute von etwa 8.5 Photonen/keV deponierter Energie auf. Die effektive, über das Emissionspektrum und die spektrale Quanteneffizienz der verwendeten Photomultiplier gemittelte Abschwächlänge beträgt 6 m. Die Abbildung verdeutlicht die Anordnung der zur Auslese an beiden Schmalseiten des Zählers verwendeten 180° Lichtumlenkung und der jeweils vier 2 Zoll Philips VALVO XP 2262 Photomultiplier. Zur Lichtumlenkung dient an jedem Ende ein 10 cm langes, 6 cm dickes und über die ganze Breite des Zählers reichendes Szintillatorstück, das auf den Zähler aufgeklebt ist. Sowohl die Schmalseiten des Zählers als auch die nach außen weisende Fläche der Lichtumlenkung weisen einen Winkel von 12 bzw. 7 Grad zur Senkrechten auf. Dies unterstützt zusammen mit den an den abgewinkelten Flächen angebrachten hochreflektierenden Aluminiumblechen (95%) die effiziente Lichtumlenkung in die Photomultiplier. Die Photomultiplier wurden mit Hilfe von optischem Zement an den Positionen ±24.1 cm und ±7.6 cm relativ zur Symmetrieachse des Zählers an die Lichtumlenkung geklebt. Die Positionen wurden mit Hilfe einer Monte—Carlo Simulation im Hinblick auf eine möglichst homogene Verteilung der Lichtmenge auf die vier Photomultiplier optimiert. Der optische Zement erreicht mit einem Brechungsindex von n = 1.54 nahezu den Brechungsindex des Szintillators von n = 1.58 und minimiert damit die Reflexionsverluste bei den optischen übergängen zwischen dem Zähler, der Lichtumlenkung und den Photomultipliern. Im Raum zwischen den Photomultipliern wurden ebenfalls Aluminium-Spiegelbleche angebracht, um austretendes Licht in die Lichtumlenkung zurückzuwerfen und so teilweise den Photomultipliern zuzuleiten.

Der Lichttransport im Szintillator erfolgt ähnlich wie in den Zentraldetektormodulen durch Totalreflexion des Lichts am optischen übergang vom dichten Szintillatormedium zum optisch dünneren Medium Luft. Der Grenzwinkel der Totalreflexion beträgt 39° relativ zur Oberflächennormalen. Zur Ergänzung des Lichttransports durch Totalreflexion wurden die Zähler vollständig in zerknitterte Aluminiumfolie eingepackt. Durch das Zerknittern bleibt gewährleistet, daß die Aluminiumfolie nicht auf dem Szintillator aufliegt und die Totalreflexion durch die weniger effiziente Spiegelreflexion an der Folie ersetzt wird. über eine reine Schutzfunktion hinaus reflektiert diese Aluminiumfolie aus dem Szintillator austretendes Licht zurück in den Szintillator, wo es aufgrund von Oberflächenunebenheiten sogar wieder unter Totalreflexion weiter transportiert werden kann. Die Aluminiumfolie erhöht die gesamte Lichtausbeute aus den Zählern erheblich, dies wurde sowohl in Messungen als auch durch Monte-Carlo Simulationen bestätigt. Die gesamte Konfiguration der Vetozähler wurde auf eine möglichst hohe Lichtausbeute und vor allem eine homogene Nachweiswahrscheinlichkeit für Myonen über der ganzen Fläche der Zähler optimiert. So ermöglicht die Lichtumlenkung an den Enden der Zähler nicht nur einen kompakten Aufbau des gesamten Vetosystems, sondern sie homogenisiert auch den Myonnachweis an den Modulenden und gewährleistet eine 100%ige Nachweiswahrscheinlichkeit auf der ganzen Länge der Module. Eine Auslese durch direkt an den Zähler geklebte Photomultiplier verursacht dagegen blinde Stellen zwischen den Photomultipliern, da durch den kleineren Brechungsindex des Photomultiplierglases von n = 1.4 nur Licht aus einem beschränkten Winkelbereich die Photokathode erreicht. Die Lichtumlenkung ist mit einer Lichtsammlung von 50% relativ zur geraden Auslese sehr effizient. Durch die große Abschwächlänge des Szintillators und der exzellenten Lichttransporteigenschaften der Vetozähler ergeben sich sehr flache Lichtausbeutekurven, die zusammen mit der Dicke von 5 cm der Zähler eine hervorragende Myon/Gammatrennung erlauben.

Die vier Photomultiplier einer Zählerseite werden mit einer gemeinsamen Hochspannung versorgt und die Signale bereits direkt an den Modulen passiv addiert. Deshalb war es notwendig, bei den verwendeten Gruppen von Photomultipliern auf eine möglichst gleiche Verstärkung innerhalb des Bereichs der während des Betriebs anliegenden Hochspannungen zu achten. Dazu wurde die Verstärkung aller 1100 von Philips gelieferten Photomultiplier vermessen und in einer matching Prozedur jeweils passende Photomultiplier zu einer Gruppe zusammengefaßt. Die Variation der Verstärkungen konnte damit unter 10% gehalten werden.

Die 3.75 m langen Dach- und Bodenzähler und die 4 m langen Downstream-Zähler wurden über die ganze Länge und Breite der Module zwischen den Lichtumlenkungen und auf der Unterseite jeweils mit 4 cm dicken, borierten Polyethylenplatten versehen. Ziel dieser Anordnung war es, ähnlich wie im Inneren des KARMEN-Bunkers Neutronen zu thermalisieren und durch das Bor zu absorbieren. Da für den Einbau der 3.75 m langen Zähler der Upstream-, Left- und Right-Vetoseite nur 14 cm Platz zur Verfügung standen, konnte hier nur zwischen den Lichtumlenkungen boriertes Polyethylen angebracht werden. Alle Zähler wurden in schwarze Polyethylenfolie lichtdicht verschweißt und die Veto Left, Right, Upstream und Downstream Zähler zu Einheiten von jeweils 2 bzw. 3 Modulen auf einem Rahmen montiert. Diese Rahmen wurden komplett an den Bunkerwänden installiert. An der Downstream-Seite des KARMEN-Detektors, im Innenraum des Bunkers, wurde anschließend an die borierte Polyethylenabschirmung der Shieldzähler eine 90 cm dicke Eisenwand errichtet, die die gesamte lichte Breite und Höhe des Innenraums ausfüllt. An dieser Wand schließlich wurden die insgesamt 10, in zwei Zweierrahmen und zwei Dreierrahmen zusammengefaßten Veto Downstream Zähler montiert. Die Wand ist notwendig, um Neutronen, die durch Myonen im downstream Bereich des Bunkers produziert werden, durch Eisen zwischen den Zählern und dem Zentraldetektor abzuschwächen. Mit einer Abschwächlänge von 21.6 cm für Neutronen ergibt sich nach 1 m Eisen (90 cm Downstream-Wand bzw. 5 Brammenlagen der Wände zuzüglich der inneren passiven Abschirmung) eine Abschwächung auf etwa 1% der Primärintensität.


Seite

Up

Down

Left

Right

Top

Bottom

Module

2´11

10

3´11

3´11

2´15

8

Länge

3.15 m

4.00 m

3.15 m

3.15 m

3.75 m

3.15 m

Gesamtfläche

45.05 m2

26.00 m²

67.57 m²

67.57 m²

73.13 m²

16.38 m²

Rahmen


6´3er

3er

3er

3er

¾

¾

2´2er

2´2er

2er

2er

¾

¾


Bei der Montage der Modulrahmen und bei der Installation am Bunker wurde auf möglichst kleine Lücken zwischen den einzelnen Zählern geachtet. Als limitierend erwiesen sich neben dem unabdingbaren Platz für Halterungen auch die Toleranzen, die aufgrund der zu erwartenden Wärmeausdehnung durch Temperaturschwankungen in der Zählerumgebung einzuhalten waren. Die obige Tabelle stellt für die einzelnen Vetoseiten die Anzahl der verwendeten Module und die Gesamtflächen der Seiten zusammen. Die Lücken zwischen den Modulen und Rahmen bestimmen wesentlich die totale Leckrate des Vetosystems. Der Veto Top ragt über die Seitenwände des Vetos hinaus, um mit Hilfe einer Schattenwirkung die durch die 3. und 4. Deckenlage und die Wandlagen rechts und links des Veto Downstream verursachten Lücken zu überdecken. Obwohl die Flächenbelegung insgesamt nur 87.7% beträgt, wurde eine Myonnachweiswahrscheinlichkeit für in den Zentraldetektor eindringende Myonen von 99.4% erreicht.


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